Offiziell gilt ein Pferd in der Straßenverkehrsordnung so viel wie ein Auto, Fahrrad oder Motorrad - in der Realität wird das aber genauso ignoriert wie bei einem Radfahrer. Man wird geschnitten, angehupt oder es wird viel zu dicht vorbei gefahren an Stellen wo es Reitern freisteht sich zu bewegen. Wenn möglich trainiert man sein Pferd an solchen Plätzen, bis es unempfindlich gegen solche Schreckmomente geworden ist.
Viele Autofahrer wissen nicht Bescheid über das Fluchttier Pferd. Mancher macht sich einen Spaß daraus, uns auf einer Autobahnbrücke anzuhupen und bringt damit sich selbst, den Reiter und das Pferd in ernsthafte Schwierigkeiten.
Fußgänger haben immer den Vorrang. Denn wer möchte schon die schlammige Hinterlassenschaft eines auf einem Feldweg davon donnernden Pferdes auf seinem gepflegten Outfit..
Fußgänger haben immer das Recht auf die bessere Straßenseite und sollten sich nicht aus Angst vor unserem Lieblingstier in eine matschige Pfütze flüchten müssen, weiterhin schadet ein freundlicher Gruß nie.
Am diplomatischsten erscheint es, wenn wir uns angewöhnen zuerst zu grüßen - das ist das beste Rezept gegen das alte Sprichwort betreffend der "Herrschaften die auf den hohen Ross sitzen..."
Die Benutzung des Rad- oder Fußweges ist Reitern absolut untersagt.
Mehrere Reiter überqueren eine Straße immer gesammelt und gemeinsam, um so dem Herdentrieb der Pferde vorauszuwirken.
Gelände
Der Wald gehört den Rehen und Waldwege sollten erst nach Einverständnis des jeweiligen Besitzers beritten werden. Das ist manchmal etwas schwierig - dem einen machte es etwas aus, dem anderen nicht. Und darüber hinaus ist eine einmalige Erlaubnis nicht unbedingt von dauerhafter Natur. Am Besten sollte man sich zuerst im Stall nach zulässigen Wegen erkundigen, bevor man auf eine Tour geht
Langsam an Kuh-/Pferdeweiden vorbei reiten.
Dass wir nicht durch fremde Wiesen, Felder und matschigem Wetter am/im Grünstreifen gehen (und diesen damit dauerhaft beschädigen), sollte selbstverständlich sein .
Generell
Bei fremden Pferden Abstand halten, Pferde die sich nicht mögen können unvermittelt ausschlagen.
Das Pferd nicht über Zäune schnuppern lassen, manche Pferde schlagen mit den Vorderbeinen aus und verhängen sich dabei im Draht.
Akzeptiert bei Streitfragen um eine berittene oder zu bereitende Fläche die Meinung anderer, auch wenn sie noch so realitätsfern ist. In vielen Gemeinden sind die Pferde schon auf Teerstraßen und Reitplätze verbannt oder durch Nummernschilder genau gelistet.
Mißgeschicke wie durchgerittene Stromzäune oder umgerannte Pfosten einer Jungviehweide müssen sofort behoben werden. Ist eine Behebung nicht möglich meldet man den Vorfall umgehend. Es macht wenig Sinn den Zorn des jeweiligen Bauern auf sich/uns zu ziehen weil dieser z.B. einem Dutzend freilaufender und tobender Rinder hinterher rennen muß.
Wenn man auf einem der bekannten Reitwege auf eine neue Gefahrenquelle stößt, z.B.: Stacheldraht liegt am berittenen Weg u.ä., ist dies nach Rückkehr zum Stall den anderen Reitern mitzuteilen - auch so können sich Unfälle vermeiden lassen.
Reiterliches Verhalten in einer Gruppe beim Geländeausritt:
Losgeritten wird immer gemeinsam
Immer auf den schwächsten Reiter Rücksicht nehmen
An einer Kreuzung bleibt die ganze Gruppe zusammen stehen, auf eventuelle Nachzügler wird gewartet.
Gemeinsam ist die Straße zu überqueren
Der vorderste Reiter gibt das Kommando zum Gangartenwechsel
Plötzliches davon galoppieren oder stehenbleiben bringt großes Durcheinander in eine Gruppe
Es ist immer die gleiche Straßenseite zu benutzen
Fußgänger, Radfahrer und so weiter entsprechend respektieren
An fremden Pferden langsam vorbeigehen
Geht ein Pferd durch oder treten andere Schwierigkeiten auf, sofort anhalten, wenn nötig Pferde umdrehen
Niemals einem oder mehreren Reitbegleitern, oder fremden Reitern unvorbereitet davon galoppieren - also ohne zuvor Bescheid zugeben bzw. zuvor um Erlaubnis zu fragen
Nie von hinten heranpreschen oder gar unvorbereitet überholen. Pferde sind Flucht- und Herdentiere und nicht jeder Reiter hat die Kenntnis einer guten Ausbildung über sich und sein Pferd und könnte durch solch rücksichtsloses Verhalten extrem gefährdet werden
Die Regeln gelten in dieser Form für alle Mitglieder, Gastreiter und sonstige Gäste von Chrissys Ranch, dürften sich wohl aber auch nicht wesentlich von den Regeln anderer Reitställe unterscheiden.